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Geschichte des Hauses




Das Karasekhaus


Taubenheim ist das Sonnenuhrendorf in Sachsen mit 17 Sonnenuhren. An unserem Haus befindet sich die berĂŒhmte Karasek Sonnenuhr, weil sich hier zwischen 1780 und 1800 von Zeit zu Zeit der RĂ€berhauptmann Karasek versteckte.

Das Karasekhaus

Die Gestalt des böhmischen GrenzrÀubers Karasek spukt in den Oberlausitzer Dörfern noch allenthalben. Fast in jedem Grenzdorfe hat er seine Spuren hinterlassen.
Auch Taubenheim hat den berĂŒchtigten RĂ€uber in seinen WĂ€ldern und HĂ€usern gesehen. Nach sicherer Überlieferung hat er im Hause Nr. 153 ( Spreeweg 3) Unterkunft gefunden und ein Versteck gehabt.
Das alte GebĂ€ude mit Umgebinde liegt am auslaufenden Nordhange des Taubenberges, heute in waldfreier Landschaft. Um die Wende des 18.Jahrhunderts aber ging der Wald fast bis an die Spree herab und das Karsekhaus lag noch versteckt im Schatten und Schutze des Waldes. Die mĂŒndliche Überlieferung teilt uns mit, dass zwei Jungfern dem RĂ€uber Unterschlupf und Versteck gegeben haben. Zur Erinnerung an die bewegte und erlebnisreiche Zeit hat vermutlich ein spĂ€terer Besitzer auf dem Boden dieses Hauses an der inneren Dachwand Karasek in der Tracht der damaligen Zeit, einen Dolch in der Hand, an der anderen ein MĂ€dchen, in bunten, heute verblassten Farben festgehalten und durch einen Maler darstellen lassen. Die verstorbene Frau Paul deutete die drei Personen als den "Böhmischen Wenzel" (weiterer Name des Karasek) und zwei Frauen.
Die grĂ¶ĂŸte Überraschung fĂŒr den Besucher des Karasekhauses aber ist das Versteck des RĂ€ubers im ersten Stockwerke, das nach seiner Lage extra fĂŒr den Verbrecher eingebaut worden sein muss. Im Fußboden des Dachgeschosses befindet sich hinter der RĂ€ucherkammer an der schiefgezogenen Esse eine mit losen Brettern verdeckte viereckige Öffnung von einem Meter im Quadrat. Das Verlies reicht in seiner Tiefe bis auf den Fußboden des ersten Stockes, ist demnach ein Stockwerk hoch und bot dem RĂ€uber einen bequemen Aufenthalt.
Die eine Wand des Verlieses konnte nicht rechtwinklig angelegt werden, sonst wĂ€re sie auf die am Ende des Flurganges befindliche StubentĂŒr gestoßen. Die Anlage dieses Versteckes beweist uns, das es nicht mit dem Bau des Hauses vorgesehen war, sondern spĂ€ter als letzte ZufluchtsstĂ€tte fĂŒr Karasek gebaut worden ist und auch diesem Zwecke gedient hat.
Die mĂŒndliche Überlieferung meldet uns weiter, dass die beiden Jungfern- sie sollen recht hĂŒbsch gewesen sein- nicht nur freundschaftliche GefĂŒhle Karasek gegenĂŒber hegten, was diesem nicht unliebsam gewesen sein mag.

(Geschrieben von Herrn Hinkelmann 1932)




Letzte Änderung:
March 17. 2016 21:59:48